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Ordnungsamt räumt die Bewohner der Brache ins Elend

Heute Morgen um 7.00 Uhr räumte das Ordnungsamt die Brache in der Gutleutstraße.


Ein betroffener Rom berichtete, dass ihm nicht genug Zeit blieb, Kleider, Essen, die wenigen Habseligkeiten und die notwendigen Tabletten einzupacken. Eine Frau beschwert sich nachdrücklich darüber, dass sie am Hals gepackt und mit Gewalt in den Bus verbracht wurde. Alle Wertgegenstände, die notwendig waren, das Leben auf der Brache zu  organisieren, sind nicht mehr im Besitz der Betroffenen.

Vorübergehend sind die etwa 40 Personen in drei Zimmer ein paar Häuser  weiter notdürftig in einer Flüchtlingsunterkunft untergebracht. Jede Hütte auf dem Gelände hatte mehr Intimsphäre. Die Versorgung ist mangelhaft und die Sicherheitsdienste praktizieren eine allgegenwärtige Kontrolle.

Morgen soll geklärt werden, was mit dem Eigentum der Roma geschieht.  Seit Monaten wird bekundet, dass die BewohnerInnen generell keinen Anspruch auf öffentliche Hilfe haben. Deshalb gab es die Brache, weil Armut sich selbst überlassen wird. Es ist davon auszugehen, dass die Roma nach einigen Tagen wieder auf der Straße stehen, ohne Unterkunft  und ohne Schutz. Dies wiegt umso schwerer, da im letzten Halbjahr zwei Brandanschläge auf Roma verübt wurden. Drei Betroffenen flüchteten damals von ihrer Schlafstätte auf die Brache!

Wenn nunmehr als Anlass für die Räumung der Brand einer Hütte und die  sanitären Zustände angegeben werden, so rechtfertigen das Sozialdezernat und das Ordnungsamt die eigenen Unterlassungen der Vergangenheit. Seit Monaten wiesen die Bewohner und UnterstützerInnen darauf hin, dass der Zugang zu Wasser, ein Anschluss an die Kanalisation und die  Müllentsorgung erfolgen sollen. Abwarten und Ignoranz der  Verantwortlichen in der Kommune wird nunmehr instrumentalisiert zur Denunziation der Bewohner der Brache und zur inhumanen Räumung. Eine nachhaltige Alternative spielt keine Rolle. Die Roma sollen die Stadt  und das Land verlassen, so wie es bei früheren Räumungen stets gefordert wurde.

Die law and order Aktion im Morgengrauen kriminalisiert die Bewohner der  Brache, der Einbehalt ihres Besitzes ist Diebstahl und das Niederreißen der Hütten ohne die Spur einer Hilfe, beraubt sie ihrer Existenz. Im Vorfeld wurde durch eine breite antiziganistische Berichterstattung und Öffentlichkeit die Stimmung für die Räumung geschaffen.

Es stellt sich zudem die Frage, warum einerseits über eine Lösung im  Sinne der Roma in der Koalition nachgedacht wurde, wenn andererseits durch die Politik der vollendeten Tatsachen deren Menschenwürde mit Füßen getreten wird.

Ffm., den 20.2.2017--

Förderverein Roma
Kaiserstraße 66
60329 Frankfurt am Main


 


per Email am 21.2.2017