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Gemeinschaftliche Pressemitteilung

Aktionsbndnis Mnsterland gegen Atomanlagen
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Bundesverband Brgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
IPPNW Internationale rzte zur Verhtung des Atomkriegs/rzte in sozialer Verantwortung

Gronau/Mnster/Berlin 23. Mrz 2017


Urananreicherung und Uranexporte heute Themen im Bundestag:

  • Urananreicherung und Brennelementefertigung umgehend beenden

  • Urananreicherer Urenco machte 2016 Verluste und will sparen

14. April: Ostermrsche gegen Urananreicherung

Die Urananreicherung im westflischen Gronau sowie ein Stopp der Exporte von angereichertem Uran aus Gronau sowie von Brennelementen aus dem emslndischen Lingen fr marode und gefhrlich stranfllige

Atomkraftwerke in Belgien und Frankreich wie z. B. Doel, Fessenheim und Cattenom stehen heute auf der Tagesordnung des Bundestages. Beraten werden ausstiegsorientierte Antrge der Bundestagsfraktionen der Linken und Grnen. Im Rahmen der ebenfalls heute stattfindenden Beratungen zum Endlagersuchgesetz geht es auch um die Einbindung des massenhaftenGronauer Uranmlls bei der Auswahl eines mglichen Standortes.

Das Aktionsbndnis Mnsterland gegen Atomanlagen, der Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau, der Bundesverband Brgerinitiativen Umweltschutz (BBU) und die IPPNW fordern den Bundestag auf, einen Exportstopp fr angereichertes Uran und Brennelemente aus der Bundesrepublik Deutschland zu verhngen. Zudem soll der Atommll aus der Urananreicherung von dem jedes Jahr mehrere Tausend Tonnen anfallen auch offiziell als Atommll deklariert werden. Zugleich fordern die Organisationen von der

Bundesregierung die sofortige Stilllegung der Uranreicherungsanlage Gronau sowie der Brennelementefabrik Lingen als besten Schutz der Bevlkerung vor Strfllen, gegen weitere unverantwortliche Uranexporte und gegen stndig wachsende Atommllberge in Gronau.

"Auf der einen Seite will Bundesumweltministerin Hendricks nun per Gutachten endlich die rechtlichen Mglichkeiten der Stilllegung der Urananreicherungsanlage Gronau sowie der Brennelementefabrik in Lingen untersuchen lassen und sie kritisiert die gefhrlichen Atomkraftwerke in Belgien und Frankreich vllig zu Recht. Andererseits weigert sich die Bundesregierung die Uranexporte aus diesen beiden deutschen Atomanlagen zu diesen Pannen-AKWs zu stoppen das ist ein Widerspruch. Verantwortungsvoll ist nur ein konsequenter Gesamt-Atomausstieg in Deutschland, so Matthias Eickhoff vom Aktionsbndnis Mnsterland gegen Atomanlagen. Die Menschen in der Europaregion Deutschland, Benelux und Frankreich fhlen sich zu Recht bedroht.

Die Anti-Atomkraft-Initiativen, der BBU und die IPPNW weisen zudem darauf hin, dass der in Gronau ttige Urananreicherer Urenco 2016 erstmals mit 456 Mio. Euro einen bedeutenden Verlust eingefahren hat.

2015 stand in der Bilanz noch ein Plus von 452 Mio. Euro. Schuld seien auerplanmige Abschreibungen bzw. Wertberichtigungen in den USA, der Preisdruck auf dem Uran-Weltmarkt und weltweite berkapazitten von angereichertem Uran. So verringerte Urenco die Kapazitt der Urananreicherungsanlage in Gronau leicht von 4100 auf 4000 Tonnen Trennarbeit pro Jahr. Zudem kndigte Urenco im Geschftsbericht 2016 ein konzernweites Einsparprogramm von 300 Mio. Euro bis 2019 an, billigte aber zugleich eine Dividende von ebenfalls 300 Mio. Euro fr die vier Anteilseigner, zu denen auf deutscher Seite die krisengeschttelten Energiekonzerne RWE und EON zhlen.

"Jahrelang geisterten hohe Summen durch den Raum, wenn es um mgliche Schadenersatzansprche fr die Stilllegung von Gronau und Lingen ging. Damit muss jetzt endlich Schluss sein! Areva, der Betreiber der Brennelementefabrik in Lingen, arbeitet schon lange in der Verlustzone und wird deshalb bald aufgespalten. Nun dreht auch Urenco ins Minus selbst die Dividende kann anscheinend nur durch ein greres Einsparprogramm gesichert werden. Es wird immer deutlicher, dass die Zeit der Atomindustrie vorbei ist. Wir fordern von der Bundesregierung und den Landesregierungen in NRW und Niedersachsen klare Stilllegungsfahrplne fr die beiden Uranfabriken," so Udo Buchholz vom BBU.

14.4.: Ostermarsch in Gronau und Jlich

Am Karfreitag, 14. April, wird es in Gronau wie in den Vorjahren einen berregionalen Ostermarsch zur Urananreicherungsanlage geben. Die Technologie der Urananreicherung beinhaltet immer auch eine militrische Dimension. Das Verbot von Atomwaffen und der Ausstieg aus der Atomenergie gehrten untrennbar zusammen, so Dr. Angelika Clauen (IPPNW). Startpunkt ist um 13 Uhr am Bahnhof in Gronau.

Parallel findet am 14. April um 14 Uhr vor der von Urenco und Areva gemeinsam gefhrten Uranzentrifugen-Tochter ETC (Enrichment Technology Company) am Forschungszentrum Jlich eine Ostermarsch-Mahnwache statt. ETC entwickelt und baut die militrisch extrem brisanten Zentrifugen zur Urananreicherung. Beide Aktionen finden im Rahmen der bundesweiten Ostermrsche der Friedensbewegung statt.

Mit den beiden Ostermrschen untermauern die Anti-Atomkraft-Initiativen in NRW vier Wochen vor der NRW-Landtagswahl ihre Forderung nach einer umgehenden Beendigung von Urananreicherung und Brennelementefertigung.

Weitere Infos:


 per email am 23.3.17